Schockierende Zahlen! Fast alle Bundesbürger mit Immobilien-Besitz, gestehen:

24.02.2014, 10:00 Uhr in Allgemein

Schockierende Zahlen! Fast alle Bundesbürger mit Immobilien-Besitz, gestehen:

„Ja, ich habe schon einmal einen Makler beauftragt!“

Die Redaktionen der großen Blätter in Deutschland sind sich einig und berichten gebetsmühlenartig von der „dunklen Zunft“ der Immobilienmakler. Beim „Focus“ heißt es: „Immobilienmakler lassen mich vor Wut kochen!“, die „Welt“ berichtet: „Unter Artenschutz: kaum irgendwo können sich Immobileinmakler so viel erlauben wie in Deutschland!“ – und die „Süddeutsche“ kolportiert süffisant: „Makler darf sich jeder nennen! Wer Makler werden will, muss keine fachlichen Voraussetzungen mitbringen.“ Bei so viel Einigkeit stellt sich doch nur noch eine Frage: „Was sind das für Menschen, die einen Immobilienmakler beauftragen?“

Hausbesitzer-grossPascal B. (alle Namen wurden von der Redaktion geändert) hat bereits in jungen Jahren zwei Mehrfamilienhäuser in Bochum von seinen Großeltern geerbt. Vermietet hat er selbst noch nicht eine der insgesamt 11 Wohnungen. Unumwunden gibt er zu: „Ja, damit beauftrage ich seit Jahren einen Immobilienmakler.“

Wie vereinbart er es mit seinem Gewissen, dass diese Makler in der Vergangenheit bis zu 2 Monatsmieten Courtage plus gesetzliche Umsatzsteuer von den neuen Mietern abkassiert haben?

„Nun ja“, erklärt B., „das war halt die gesetzliche Regelung. Und es war ja auch nicht so, dass die neuen Mieter völlig überraschend mit dieser Zahlung konfrontiert wurden. Das war ja klar und deutlich kommuniziert, was sie das kostet, wenn sie sich über meinen Makler für die Wohnung entscheiden! Zukünftig bezahle ich ja diese Beträge, dann muss sich erst recht niemand mehr benachteiligt fühlen!“

Und er selbst kann damit leben, dem Makler diese Beträge dafür zu zahlen, dass er einmal fremden Leuten die Wohnungstür aufschließt und ihnen zweieinhalb Raum auf 65 Quadratmeter zeigt?

„Wenn es damit getan wäre, könnte ich das gerade noch selbst erledigen“, beschreibt der Vermieter seine Einschätzung. „Aber finden Sie doch erst einmal jemanden, den Sie wirklich als Mieter haben wollen. Und meinen Sie, ich habe Lust auf Diskussionen mit irgendwelchen Leuten, die in der Küche eine Kernbohrung haben wollen, weil sie auf Frischluft für ihre Dunstabzugshaube bestehen? So weit kommt das noch!“

ALS VERKÄUFER VOM MAKLER ABGEZOCKT

Für Günther L. kam es überhaupt nicht in Frage, einen Makler zu beauftragen, als er von seiner Tante ein Einfamilienhaus auf der Sentruper Höhe in Münster geerbt hat. „Mir war schon klar, dass ich in die alte Hütte nicht selbst einziehen wollte. Also stand fest: das gute Stück kommt unter den Hammer!“, beschreibt L. seinen Umgang mit dem überraschenden Erbe. Völlig ausgeschlossen war es dabei für ihn, einen Makler zu beauftragen. „So weit kommt das noch, da jemandem Geld hinterher zu schmeißen, damit er so ein altes Haus teuer verkauft!“ L. informierte sich im Internet über den Preis für ein Haus aus dem Baujahr 1953 in Münster, bezog sämtliche erforderlichen Sanierungsarbeiten mit ein und verkaufte das Ganze schließlich für stolze 210.000,– Euro in Eigenregie an  Jonas C. – ohne zu ahnen, dass der Immobilienmakler ist.

„Als ich gesehen habe, dass Herr L. dieses Objekt für 210.000,– Euro verkauft, habe ich ihn angerufen, mich als Makler vorgestellt und wollte ihm meine Unterstützung anbieten“, erklärt Jonas C. „Dazu kam es aber leider nicht, weil Herr L. irgendetwas von ,Verbrecher‘ polterte und sofort aufgelegt hat. Nun, dann habe ich mich später noch einmal bei ihm gemeldet und habe ihm 220.000,– Euro geboten. Für diesen Preis habe ich dann den Zuschlag erhalten. Kurz darauf saßen wir auch schon beim Notar.“

So weit, so gut. Was Herr L. aber nicht wusste, war, dass Jonas C. keine zehn Tage später das frischerworbene Haus für 390.000,– Euro in den Verkauf seines Immobilien-Büros nahm.

„Ja, der Preis, den Herr L. aufgerufen hat, war wirklich ein Scherz,  in dieser Lage“, so der Makler. „Das hätte ich ihm auch gerne vorher erklärt, aber er hat mich ja nicht gelassen. Jedenfalls geht es bei Immobilien auf der Sentruper Höhe doch gar nicht um die Häuser, sondern um die Grundstücke. Mein Käufer hat das Objekt selbstverständlich sofort abreißen lassen und neu gebaut!“
Muss Herr L. das auf sich sitzen lassen? Die Anwort ist „Ja!“. Rein rechtlich hat er für ein Objekt einen Preis aufgerufen, auf den er sogar noch einige Prozente Aufschlag bekommen hat. Er kann also zufrieden sein, auch wenn ihn die eingesparten Kosten für den Makler am Ende 170.000,– Euro gekostet haben.

KEIN QUALIFIKATIONSNACHWEIS GEFRAGT?

Auch die Eheleute S. besitzen mehrere Immobilien, zu deren Verkauf und Vermietung sie seit Jahren denselben Makler beauftragen. Einen Qualifikationsnachweis hat sich Herr S. von seinem Immobilienmakler nie zeigen lassen. Was steckt dahinter?

„Nun“, erklärt S., „wenn Sie zum Friseur gehen, lassen Sie sich doch auch nicht erst einmal den Gesellenbrief zeigen, oder? Entweder Sie sind zufrieden und gehen da weiter hin – oder eben nicht, dann suchen Sie sich jemanden anders. Das weiß der Friseur genausogut wie der Makler – und deshalb unterstelle ich einmal, dass man da nicht viel verkehrt machen kann!“

Und die horrenden Gewinne, die der Makler für seine Arbeit einfährt? Hat Herr S. denn nicht wenigstens an dieser Stelle ein paar Vorbehalte?

„Sie müssen hier schon zwischen Umsatz und Gewinn unterscheiden“, erklärt der Immobilienbesitzer. „Wenn Sie sich am Bahnhof ein belegtes Brötchen mit Salami, Butter, ein bisschen Ei und Tomate kaufen, dann kostet das 2,80 Euro. Tatsächlich kauft der Bäcker die Zutaten aber für maximal insgesamt 50 Cent ein. Mit welchem Recht verlangt der Verbrecher nun 2,30 Euro dafür, dass er das Brötchen schmiert und Ihnen über die Theke reicht?“ Bei diesem Satz kann sich Herr S. ein Schmunzeln nicht verkneifen. Wir finden diese Frage aber genauso interessant wie die Debatte um die Daseinsberechtigung von Maklern!

© Text: Christoph Roderig – www.WOHNRAUM-MAGAZIN.de
Artikel aus der 36. Ausgabe des WOHNRAUM-Magazin.de | März – Mai 2014 – Foto: Auremar – fotolia.com


Über den Autor: Dipl. Betriebswirt Ralf Robert Hundt

Die Unternehmensgruppe Immobilien-Management Hundt wurde 1999 mit Sitz in Gelsenkirchen-Buer gegründet. Die vom Inhaber Ralf Robert Hundt geführte Unternehmensgruppe besteht heute aus drei Einzelfirmen, die sich schwerpunktmäßig mit der professionellen Vermarktung und Bewertung von Grundbesitz beschäftigen.

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