Streit ums Erbe vermeiden

06.03.2014, 12:15 Uhr in Allgemein, Guter Rat

Streit ums Erbe vermeiden

Von Unklarheiten profitieren alle, außer den Nachkommen.

Wer seinen Hinterbliebenen viel Streit, Kosten und Ärger ersparen möchte, sollte bereits zu Lebzeiten entscheiden, was nach dem Tod mit der eigenen Immobilie passieren soll. Diese Entscheidung aufzuschieben, kann in letzter Konsequenz nur die Steuerbehörden erfreuen.

Streit ums Erbe vermeiden

Streit ums Erbe vermeiden – Mein letzter Wille

Wer sich beizeiten über die gesetzliche Regelung der Erbschaft informiert, kann am ehesten entscheiden, ob es sich lohnt, eine abweichende Lösung vorzusehen, beispielsweise als Testament. Liegt weder ein Testament noch ein Erbvertrag vor,erben die Ehepartner und die Kinder. Die Erbquote des Ehegatten hängt dabei vom ehelichen Güterstand ab. Sind Kinder und Ehepartner nicht vorhanden, erben die Eltern und Geschwister. Nicht immer entspricht diese Reihenfolge dem Wunsch des Erblassers. Problematisch kann sein, dass Personen erben, die man nicht oder nicht in diesem Umfang als seine Erben sehen wollte. Langwierige familiäre Rechtsstreitigkeiten sind deshalb häufig die Folge, wenn mehrere Personen eine Erbengemeinschaft bilden, ganz zu schweigen von Kosten für die Verwaltung des Erbes. Sind außerdem minderjährige Kinder an der Erbengemeinschaft beteiligt, kann es richtig kompliziert werden, weil in bestimmten Fällen zusätzlich das Vormundschaftsgericht und ein Ergänzungspfleger beteiligt werden müssen. Und falls nahe Verwandte vielleicht gar nicht mehr vorhanden sind, kann es schwierig werden, die gesetzlichen Erben überhaupt zu ermitteln. Lebensgefährten und Freunde hingegen, die einem vielleicht näher stehen als  entfernte Blutsverwandte, gehen in der Regel leer (und unversorgt) aus.

DIE GERICHTE WISSEN ES NICHT AM BESTEN
Jeder, der erkennt, dass die vom Gesetz geregelte Erbfolge nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, sollte deshalb noch zu Lebzeiten durch Schenkung oder durch ein „wasserdicht“ formuliertes Testament vorsorgen und Wer seinen Hinterbliebenen viel Streit, Kosten und Ärger ersparen möchte, sollte bereits zu Lebzeiten entscheiden, was nach dem Tod mit der eigenen Immobilie passieren soll. Diese Entscheidung aufzuschieben, kann in letzter Konsequenz nur die Steuerbehörden erfreuen. klare Verhältnisse schaffen. Zusätzlich kann dies steuerlich durchaus vorteilhaft sein, indem Freibeträge mehrfach genutzt werden.

PROBLEMLOS ZU LEBZEITEN VERERBEN
Die Übertragung von Immobilien zu Lebzeiten kann zudem so geregelt werden, dass die Sorge, im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein, unbegründet ist. Eher im Gegenteil, denn die richtige Ausgestaltung kann sogar gezielt der eigenen Versorgung dienen. Neben dem Wohnrecht und dem Nießbrauch lassen sich
auch Leibrenten, die Übernahme von Krediten oder Pflegeverpflichtungen vereinbaren. So kann eine Übergabe zu Lebzeiten helfen, Streit und Erbengemeinschaften zu vermeiden und gleichzeitig verhindern, dass beispielsweise Pflichtteile entstehen, die unter Umständen zur Veräußerung der Immobilie zwingen. Wer sich nicht für eine Übertragung seiner Immobilie zu Lebzeiten entscheiden kann, dem stehen immer noch etliche Gestaltungsmöglichkeiten für den Todesfall offen. Unabhängig von der äußeren Form (einfaches Testament, Ehegattentestament oder Erbvertrag) sind inhaltliche Verfügungen wie die Einsetzung von Erben, die Vor- und Nacherbschaft, das Sachvermächtnis und das Nießbrauchvermächtnis, das Vorausvermächtnis, die Teilungsanordnung oder Auflagen wie ein Veräußerungsverbot möglich.

OHNE PROFIS GEHT ES NICHT
Schon die Vielzahl der Begrifflichkeiten verdeutlicht, dass hier eine fachkundige erbrechtliche Beratung besonders wichtig ist, denn nach dem Tod gibt es keine Korrekturmöglichkeit mehr. Die Angehörigen müssen mit der Rechtslage so zurechtkommen, wie der Verstorbene sie hinterlassen hat.

MODERNE ZEITEN, ALTE GESETZE
Dass Geschwister sich bisweilen erbittert um das Erbe streiten, ist nicht neu. Aber auch Zweit- und Drittehen, Patchworkfamilien mit Kindern, nicht eheliche Lebensgemeinschaften und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind anfällig für Auseinandersetzungen ums Erbe. Für diese „modernen Familienformen“ sieht das Gesetz aber kaum Regelungen vor. Ohne Testament oder Erbvertrag ist deshalb Streit vorprogrammiert. Beispiel: Anders als bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften steht etwa unverheirateten Paaren kein gesetzliches Erbrecht zu. Stirbt ein Partner, treten Eltern, Geschwister oder Kinder aus einer früheren Verbindung des Verstorbenen die Erbfolge an. Ohne Testament bekommen die Verwandten alles, der Lebensgefährte nichts. Nur ein Testament oder Erbvertrag beugt in diesen Fällen Streitereien unter Erben vor und hilft, den Familienfrieden zu wahren.

Streit ums Erbe vermeiden! © Text: Maria Terhaar – www.WOHNRAUM-MAGAZIN.de
Artikel aus der 36. Ausgabe des WOHNRAUM-Magazin.de | März – Mai 2014 – Foto: photoscop – fotolia.com


Über den Autor: Dipl. Betriebswirt Ralf Robert Hundt

Die Unternehmensgruppe Immobilien-Management Hundt wurde 1999 mit Sitz in Gelsenkirchen-Buer gegründet. Die vom Inhaber Ralf Robert Hundt geführte Unternehmensgruppe besteht heute aus drei Einzelfirmen, die sich schwerpunktmäßig mit der professionellen Vermarktung und Bewertung von Grundbesitz beschäftigen.

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